Aktivkohle wird vielerorts eingesetzt zur Entfernung von biologisch schlecht abbaubaren oder schwer abbaubarer Verbindungen in verschiedenen Abwassertypen. Die scheinbare Aufnahmekapazität wird bei einigen Verbindungen oder Verbindungsklassen deutlich erhöht bei Gegenwart höherer Sauerstoffgehalte. Dies wird im wesentlichen durch einen katalytischen Oxidationsprozeß hervorgerufen. Die eingesetzte A-Kohle von Desotec fungiert hierbei als Katalysator.
Die Zugabe von Luftsauerstoff fördert das Bakterienwachstum im Wasser und auf der externen Oberfläche der A-Kohle. Die Bakterien bauen eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffs ab. Im Prinzip werden biologisch schwer abbaubare Verbindungen bevorzugt adsorbiert. Dieser Effekt verlangsamt den biologischen Abbauprozeß. Das PACT– Verfahren (Zugabe von Pulver-Aktivkohle im tratitionellen Klärwerksbetrieb) ist hiermit vergleichbar.
Aktivkohle stellt ein hervorragendes Bakteriensubstrat dar. Hierbei bildet sich ein biologisch wirksame Schicht bevorzugt auf der externen Oberfläche der A-Kohle. Dies kann u.U. auch negative Effekte nach sich ziehen: Blockierung des Filters infolge ausgedehnten Bakterienwachstums. Zudem können bei übergroßer Sauerstoffzehrung anaerobe Bakterien Schwefelwasserstoff und andere übelriechende Geruchsstoffe sowie Nitrit entstehen und Farbänderungen auftreten. Trägt man jedoch dem bekannten Abwasser mit seinem spezifischen CSB-Bedarf Rechnung, kann das gesamte System geschickt gesteuert und das Bakterienwachstum reguliert werden. Somit betreibt man ein stabiles System das nur Vorteile bringt und keinerlei negative Nebeneffekte zeitigt.