Aktivkohle als vollwertige Alternative zu thermischer Verbrennung

Aircon H

Zulieferer der Automobilindustrie müssen sehr strenge Anforderungen erfüllen. So kommt es bei der Beschichtung von Komponenten unter anderem darauf an, dass die Luftqualität in der Spritzkabine einwandfrei ist. Ein deutsches Unternehmen war äußerst beunruhigt, als sich herausstellte, dass eine potentielle neue Investition unmöglich so zeitig abgeschlossen sein könnte, um den gesetzlichen Bestimmungen zu entsprechen. Zum Glück für dieses Unternehmen bringt Aktivkohle zeitweise - und vielleicht sogar dauerhaft - Erleichterung.

Ein Hersteller kleiner Kunststoffteile für den Automobilsektor haftet für die Beschichtung dieser Komponenten selbst. Genauer gesagt dafür, dass die Beschichtung in einer Spritzkabine erfolgt, in der die infolge des unvermeidlichen „Overspray“ nötige Luftbehandlung sichergestellt ist. Die deutschen Behörden hatten verlangt, dass das Unternehmen bis Anfang 2019 über eine brandneue Anlage zur Gewährleistung einer guten Luftqualität verfügen sollte, um die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Wegen der langen Lieferzeit eines thermischen Verbrennungssystems sah das Management ein, dass dies unmöglich sein würde. Darüber hinaus stellt eine neue Anlage eine erhebliche Investition dar, denn sie muss pro Stunde einen Durchfluss von 35.000 m3 bewältigen.

Full-Scale-Testanlage

Das Unternehmen musste folglich sowieso eine Zwischenlösung finden und wandte sich deswegen an Desotec. Bei einer Inspektion vor Ort stellte sich heraus, dass eine Aktivkohleanlage sogar eine relevante Dauerlösung sein könnte, da das Spritzverfahren künftig in zwei Schichten (anstatt in drei) erfolgen würde. Außerdem erfordert eine Aktivkohleanlage keine große Investition, sondern fällt unter operationelle Kosten. Um die Argumente dafür und dagegen sorgfältig abwägen zu können, beschloss das Unternehmen, vorübergehend eine Full-Scale-Testanlage zu installieren.

Herzstück dieser Testanlage ist der mobile Aktivkohlefilter Aircon H mit einem Aktivkohlevolumen von 6 Tonnen. Des Weiteren umfasst das System einen Ventilator mit Schalldämpfer (um Lärmbelästigung zu vermeiden) und das Sicherheitssystem eine Inerti-Box, die der Bildung von Hotspots vorbeugt. Der Vorteil dieser Mietlösung besteht darin, dass diese dank dem „Plug & Play“-Prinzip sofort einsetzbar ist und der Bau bestimmter Fundamente, der bei thermischer Verbrennung unumgänglich ist, entfiel. Falls der Kunde zu dem Schluss kommt, dass Aktivkohle für ihn tatsächlich die richtige Lösung bietet, ist ein Aircon V-XL-Filter ein ideales System. Dieser Filter hat ein größeres Aktivkohlevolumen (11 Tonnen) und ermöglicht bei Sättigung des Aktivkohlefilters einen sehr schnellen Austausch.

TA Luft

Der Kunde sah sich nicht zuletzt auch durch die deutschen Behörden ermutigt, nach einer Alternativlösung zu suchen. Deutschland arbeitet nämlich intensiv an der Aktualisierung der TA Luft-Gesetzgebung, mit der die europäischen Richtlinien hinsichtlich Luftemissionen in nationales Recht umgesetzt werden. Dabei wird Unternehmen empfohlen, möglichst auf die besten verfügbaren Technologien zu setzen. Aktivkohlefiltration ermöglicht die schnellere Einhaltung bestimmter niedrigerer Grenzwerte (zum Beispiel für Benzol) und wird von Parametern wie den Staub- und NOx-Emissionen nicht beeinflusst.

Die Technologie auf Basis von Aktivkohlefiltration hat sich unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Farb- und Beschichtungsbranche umfassend bewährt. Der deutsche Zulieferer wird den Aircon H-Filter in den kommenden drei Monaten testen und die Messergebnisse des PID-Sensors mittels Logging an die Behörden übermitteln. Zweifellos wird das Unternehmen auf Grundlage dessen die richtige Entscheidung über die zukünftige Behandlung von Luft in den Spritzkabinen treffen.